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Wie braun ist die AfD?

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„Wir bekennen uns zur Religionsfreiheit und lehnen Synagogenbauten nicht prinzipiell ab. Allerdings ist die freie Religionsausübung für Juden in Sachsen auch ohne Großsynagoge gewährleistet. Derartige Bauprojekte, die tief in das Stadtbild eingreifen, müssen von der ansässigen Bevölkerung akzeptiert werden. Wir wehren uns gegen die Delegitimierung des Bürgerprotestes und fordern, die Bürger künftig frühzeitig mit einzubeziehen, gegebenenfalls über Bürgerentscheide.“

Solche Forderungen stammen von Nazis- oder der AfD. Diese Zeilen sind wortwörtlich aus dem Wahlprogramm der AfD Sachsen übernommen. Ich habe lediglich drei Wörter vertauscht, sodass es nicht mehr um Muslime und Moscheen, sondern um Synagogen und Juden geht.

Ziel ist nicht Antisemitismus zu verharmlosen, sondern zu zeigen, wie braun die AfD ist.

Während– gottseidank – eine Partei unmöglich solche Sätze über Juden ins Wahlprogramm schreiben kann ohne zu Recht als rechtsextreme Partei in Verruf zu geraten, gilt die AfD vielen weiter als bürgerlich. Die Diskriminierung von Muslimen ist zwar nicht weniger schlimm als die von Juden, aber dort sind wir leider (noch) nicht so sensibel.

Sascha Lobo schrieb in einer großartigen Kolumne über einen neuen politischen Phänotyp: Den Latenznazi. Der Latenznazi vertritt zwar rechtsextreme Positionen, ist sich dessen aber entweder selbst nicht bewusst oder will es nicht zugeben.

AFD_Logo

Die AfD gibt sich bürgerlich oder glaubt dies auch tatsächlich zu sein. Wer aber Muslime diskriminiert, ist nicht besser als jemand der das mit Juden tut.

Die AfD Bremen gibt sich bürgerlicher und schreibt im Wahlprogramm:

“Die in der Alternative für Deutschland organisierten Deutschen mit “Migrationshintergrund” rufen unsere eingewanderten Mitbürger dazu auf, gegen den missverstandenen Multikulturalismus, die nicht vorhandene Einwanderungspolitik und gegen die forcierte Islamisierung, zu kämpfen.“

Eine allgemeine Hetze gegen Ausländer überlässt die AfD Bremen im Programm lieber den Mitgliedern mit Migrationshintergrund – denn wenn jemand mit Migrationshintergrund sagt, dass Multikulti nicht klargeht, kann es ja nicht rechts sein. Umfragen zeigen aber, dass AfD Mitglieder zu rechtsextremen und rassistischen Ansichten neigen .

Statt einer Weckruf-Initiative könnte Lucke wie die FDP seiner Partei einfach eine neue Farbe geben: Braun.

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