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Ausgerechnet die Deutsche Bank

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Die Deutsche Bank ist ein Vorreiter bei Klimaschutz und Menschenrechten. Sie ist deshalb jetzt Partner der Vereinten Nationen beim Kampf gegen die globale Erwärmung. Beide Sätze überraschen. Korrekt ist nur der Zweite: Die Deutsche Bank verwaltet künftig den Klimafond (GCF) der UN als eines von insgesamt 13 internationalen Geldinstituten.
Dass die Deutsche Bank Klimaschützer ist und die Energiewende vorantreibt, sieht so nur der hauseigene Corporate Social Responsability Report.
Über 15 Milliarden Dollar hat die Deutsche Bank zwischen in den letzten 10 Jahren in Kohlekraft und Kohleabbau investiert nach Recherchen der NGO Banktrack.

Schmutzig und dreckig

Fast die Hälfte aller Treibhausgasemissionen aus fossilen Energieträgern entsteht durch die Verbrennung von Kohle. Sie ist der klimaschädlichste aller fossilen Energieträger. Dennoch hat die Kohleindustrie weltweit ein erstaunliches Wachstum erlebt, in den letzten 15 Jahren ist die Kohleproduktion um etwa zwei Drittel angestiegen. Ein Geschäft, an dem die Deutsche  mit verdienen möchte.
Das Geldinstitut hat milliardenschwer in Coal India investiert, die zweitgrößte Kohlefirma der Welt. Menschenrechtsverletzungen, Vorwürfe der Kinderarbeit und das grundsätzliche Problem globaler Erwärmung waren für die Deutsche Bank über Jahre kein überzeugendes Argument.
Auch in die hierzulande bekannteren Kohlkraft-Betreiber RWE und Vattenfall investierte die Deutsche Bank kräftig.
In den USA verursachte die Kohle-Abbau-Firma Aplha Natural Ressources mit dem Einleiten von Gift in natürliche Gewässer zahlreiche Todesfälle. Viele Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Im März letzten Jahres verurteilte ein Gericht die Firma deshalb 227 Millionen Dollar an Strafen und Ausgleichszahlungen leisten. Ein wichtiger Investor des Projekts: Die Deutsche Bank.

Wie Aussteigerprogramme organisert vom Drogenbaron

Die Deutsche Bank hat zwar eine Policy für die Finanzierung von Kohleprojekten, aber die ist geheim. Nur die Bank selbst kennt sie. Auf der Webseite der Bank finden sich nur allgemeine Erklärungen und einzelne Fallstudien. Dennoch ist sie der erste private Partner des Green Climate Funds. Mit dem sollen die Industrieländer die Staaten entschädigen, die den Klimawandel nicht verursacht haben, aber besonders hart von ihm getroffen werden.
Die Deutsche Bank investiert also mit der einen Hand in den Klimawandel und erhält eine Belohnung in die andere dafür, Geld zur Entschädigung der eigenen Investments zu verwalten. Die Deutsche Bank als Verwalter des Klimafonds ist wie einem Drogenbaron für das Durchführen eines Aussteiger- und Schutzprogramms für Rauschmittelopfer anzustellen.

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